Aus der Geschichte
Schon am 9. Februar 1868 dachte man in Marten an die Errichtung eines Denkmals in Erinnerung an den Krieg von 1866 gegen Österreich.
Im November 1871 befasste sich die Gemeindevertretung mit dem Vorschlag eines Denkmals, und es wurde der Platz vor der Schule (Wilhelmschule) an der damaligen Viktoriastraße als der geeignete bestimmt.
Am 1. Dezember 1872 wurde in einem Schreiben des Gemeindevorstehers, Herrn Teiner, berichtet, dass die Errichtung eines Denkmals gesichert sei. Die Ausführung wurde dem Bildhauer August Rothstein in Bövinghausen übertragen, dem man als einem Mann von bedeutendem Können allgemeines Vertrauen entgegenbrachte.
Am 1. Juli 1873 musste das Denkmal vollendet sein, denn es sollte anlässlich des Stiftungsfestes im August eingeweiht werden. Die Frist wurde eingehalten und das Denkmal konnte am 18. August 1873 feierlich enthüllt und der Gemeinde übergeben werden.
In einer Festschrift aus dem Jahre 1927 heißt es: „Der Erbauer hat das Vertrauen, das man ihm mit der Übertragung der Aufgabe bewies, nicht getäuscht. Das Denkmal ist in seiner Art vortrefflich und vermeidet mit Geschick den üblen Geschmack, der in so manchem Denkmal jener Zeit zu Tage tritt.“
Zwei Ehrentafeln nennen uns die Namen der gefallenen Soldaten der Kriege:
- Preußisch-Österreichischer Krieg (1866): F. Risse, C. Schweizer
- Deutsch-Französischer Krieg (1870/71): Friedrich Beintman, August Craemer, Dietrich Düding, August Dodt, Josef Grauholf, August Heierman, August Huldner, Heinrich Vallenthorn und Wilhelm Wilke
(Quelle: Archiv Marten Närdemann-Nies)
Archiv: Reiner Gallen
Ansicht des Denkmals und der Kaiserstraße (heute Martener Straße)
Über die Sanierung
Im Laufe der Jahrzehnte ist dieses Denkmal – eines der ältesten Bauwerke in Marten – stark verwittert und in eine bauliche Schieflage geraten. Untersuchungen der zuständigen städtischen Ämter haben ergeben, dass es akut baufällig und vom Abriss bedroht ist. Hier galt es zu handeln.
Die Arbeitsgemeinschaft Martener Vereine hat sich Anfang 1996 dieses Denkmals angenommen und in einer Umfrage in der Martener Bevölkerung während des Monats Mai die Meinung der Bevölkerung abgeklärt, um eine entsprechende Rückendeckung bei der Sanierung zu haben. Lediglich 14,7% der abgegebenen Stimmen sprachen sich gegen eine Sanierung aus. Die überwältigende Mehrheit von 85,3% der abgegebenen Stimmzettel sprach sich für den Erhalt und die Sanierung aus.
Seitdem sammelte die Arbeitsgemeinschaft Martener Vereine Spenden, um die Sanierung zu realisieren. Während der Seniorenkarnevalsveranstaltungen wurde zweckgebunden für den Erhalt des Denkmals gesammelt. Die Eheleute Elsbeth und Otto Schneider verzichteten aus Anlass ihrer Goldenen Hochzeit zugunsten des Denkmals auf Geschenke und die Eheleute Polrolnizcak organisierten beim Adventsmarkt und dem Martener Volksfest mehrfach Verlosungen, deren Erlöse dem Denkmal zugute kamen. Auch die Dortmunder Stadtsparkasse bedachte das Denkmalkonto mit einer großzügigen Spende.
Die Sanierung hatte ein Kostenvolumen von 38.000 DM, da das Fundament erheblich maroder war als angenommen. Nachdem die benötigte Summe zusammengekommen war, wurde am 26. Oktober 1999 der Auftrag zur Sanierung vergeben. Am 15. Mai 2000 wurde der noch vorhandene Bauzaun zur Seite geräumt und das Denkmal seinem Besitzer – dem Grünflächenamt – und der Martener Bevölkerung als Denkanstoß übergeben.